Sonntag, 8. Januar 2017

Rezension zu "Kernstaub" von Marie Graßhoff




Titel: Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln
Autorin: Marie Graßhoff
Verlag: Drachenmond
Genre: Sci-Fi, Dystopie
Seiten: 980
Erscheinungsdatum:01.06.2016
Print: 19,90 Euro
Ebook: 4,99 Euro
ISBN: 978-3959917018
Reihe: ja / Band 1 der Trilogie


Hier geht's zum Buch:


https://www.drachenmond.de/titel/kernstaub/

Infos zur Autorin:


https://www.drachenmond.de/people/grasshoff-marie/


Kurzbeschreibung


»Wir haben nach neuen Welten gesucht, aber keine gefunden. Also nahmen wir die unsere und versuchten, sie schöner und leuchtender zu machen. Doch je mehr Licht wir ihr gaben, umso tiefer wurden ihre Schatten.«

Mara hat vergessen, dass sie bereits seit Hunderten von Leben vor den Wächtern des ewigen Systems flieht. Durch den Mord an ihr wollen sie den Weg aller Seelen zur Perfektion ebnen.

Ihr Dasein wird in diesem Leben lediglich von ihrer immensen Angst vor Uhren bestimmt. Doch als die Wächter sie erneut aufspüren, um sie aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu tilgen, verschiebt sich das Gleichgewicht der Dimensionen: Uralte Erinnerungen kehren zurück, eine längst vergessene Liebe erwacht von Neuem und Kriege spalten den Planeten.

Und über allem schwebt die Frage: Wenn die ganze Welt dich hasst, würdest du dich trotzdem für sie opfern?


Meine Meinung


Das düstere und gleichzeitig wunderschöne Cover spiegelt perfekt den Inhalt des Buches wieder und auch der Klappentext ist meiner Meinung nach super gewählt.

Wo fängt man bei so einem Buch am besten an? Erst einmal muss man sagen, dass es wirklich sehr speziell (im positiven) und absolut einzigartig ist. Der Schreibstil ist poetisch, philosophisch und auch nicht immer leicht verständlich. Gerade am Anfang war vieles sehr verwirrend und lange Zeit hat sich mir vieles nicht erschlossen. Erst nach und nach, mit immer wieder neuen Erklärungen beginnt man auch als Leser die Zusammenhänge besser zu verstehen. Mir haben vor allem aber auch die kleinen Verse, die jedes Kapitel einleiten gefallen. Das Innenleben im Allgemeinen, hat die Freude beim Lesen, wie immer bei diesem Verlag, noch gesteigert.

Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet. Man erhält immer wieder einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der einzelnen Personen und auch wenn dies zeitweise etwas langatmig erscheint ist es für die komplette Geschichte unheimlich wichtig und auch faszinierend. Mara ist ein ängstliches Mäuschen, unsicher und oft auch leicht nervig, aber trotzdem perfekt dargestellt. Ihre Seele ist zersplittert und das spiegelt sich in ihren Handlungen absolut glaubwürdig wieder. Im Laufe des Buches macht sie auch eine unglaubliche Veränderung durch und ihr zweites Ich, Ngaja, ist eigentlich das komplette Gegenteil des schüchternen Mädchens.
Juan alias Aen ist jemand der meine Gefühlswelt auf den Kopf stellt. Zum einen ist er überheblich, unfreundlich, teils aggressiv und sammelt dadurch nicht gerade Pluspunkte. Andererseits ist seine Seele Millionen von Jahren alt und seine persönliche Geschichte hat mich sehr berührt und oft hat er mir auch wahnsinnig leid getan.
Ein absoluter Fan bin ich von Glen, ich mag seine forsche, väterliche Art und hatte bei ihm immer ein Lächeln im Gesicht.
Oftmals ist es bei der Story schwer zu entscheiden, wer eigentlich auf der richtigen Seite steht? Im Endeffekt sind sie alle Teil des "Systems", mit dem Kern im Mittelpunkt und jeder spielt seine Rolle.

Damit wären wir bei der Grundidee. Diese ist so umfassend und gewaltig, dass man es eigentlich kaum in Worte fassen kann. Die Autorin hat eine Welt erschaffen, die so gigantisch, verwirrend aber gleichzeitig perfekt durchdacht ist, dass man sich auch am Ende des ersten Bandes noch nicht zu 100 % sicher sein kann, wirklich alles erfasst zu haben. Das hört sich teilweise negativ an, aber ich kann euch sagen so ist es nicht. Dieses erschaffene Universum zieht euch in seinen Bann und lehrt erst nach und nach die Zusammenhänge.
Einfaches schnelles lesen ist bei diesem Buch nicht drin. Man muss selbst viel mitdenken, um wirklich die Handlungsstränge zu verstehen.
Deswegen wusste ich auch nie, was als nächstes passieren wird. Ich habe mit den Protagonisten gelacht, gezittert und geweint. Oft war ich überrascht, teils schockiert und sogar zerstört. Die Emotionen wurden komplett auf mich übertragen.

Auch die Beschreibungen sind klar, detailliert und bildhaft, ein Film, der im Kopf abläuft. Die verschiedenen Sphären, Phasen, Orte und Personen konnte ich deutlich vor mir sehen und fühlte mich ihnen verbunden. Die düstere Atmosphäre ist durchwegs deutlich zu spüren und vermittelt Endzeit-Stimmung. Teilweise empfand ich auch Trauer, denn viel wahres steckt in diesem Roman. Die Menschheit selbst ist es, die die Welt zerstört.
Trotz allem, waren aber auch viele Passagen dabei, die mich zum Lachen gebracht haben, was das ganze zwischendurch aufgemuntert hat.

Fazit: "Kernstaub" ist episch, es ist gewaltig und fantastisch, ein literarisches Meisterwerk. Auch wenn es dazwischen mal etwas ausschweifend erschien, kann ich am Ende sagen, es ist perfekt, so wie es ist! Es hat mich gefesselt, ich habe die Nacht durchgelesen und es hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist einzigartig und deswegen kann und will ich hier nur 5 von 5 Sternen vergeben.


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