Mittwoch, 12. Juli 2017

Strassenkötergene

Rezension zu "Strassenkötergene" von Julia Seuschek



Verlag: Drachenmond
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 08.07.2017
Seiten: 220
Print: 12,90 €
Ebook: 3,99 €
Reihe: ja / Band 1

Inhalt


Lou mutiert mit dreizehn Jahren völlig unerwartet zu einem reinblütigen A-Menschen. Als ihr Vater - wie der Rest ihrer Familie ein einfacher B-Mensch - von der Königsfamilie ermordet wird, schwört Lou Rache. Verkleidet als Junge tritt sie in den Dienst ihrer royalen Gegner. Ausgerechnet Königssohn Jared stiehlt sich in das Herz der Rebellentochter und Lous Welt steht Kopf. Gibt sie Jared auf, um das System zu stürzen oder verrät sie ihre Herkunft für die Liebe ihres Lebens?


Meine Meinung


Das Cover hat mich gleich überzeugt und die Voraussicht auf eine neue Dystopie macht mich grundsätzlich immer neugierig.

In die Geschichte konnte ich leicht eintauchen, es geht gleich richtig zur Sache und das mag ich immer sehr gerne.
Allerdings hatte ich zu Beginn etwas Probleme mit den Protagonisten. Lou und Jared, waren mir beide, obwohl sie manchmal auch nerven konnten, gleich sympathisch. Aber irgendwie fiel es mir zunächst schwer einen Bezug herzustellen. Man hat sie stellenweise nur etwas schwammig kennengelernt, ich hatte das Gefühl, da fehlen einige Details.
Im Laufe der Geschichte sind mir die zwei aber ans Herz gewachsen. 

Was mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist, ist dieser Schreibstil. Die Autorin hat eine tolle Mischung geschaffen. Lou und Jared unterhalten sich altersgemäß häufig im Jugendjargon und gleichzeitig wurden viele Metaphern verwendet, die ein wahres Kopfkino verursacht haben. Außerdem gibt es auch viele Momente mit wundervollen fast epischen Passagen, die ich stellenweise zweimal lesen musste, um diese zu genießen. Es wurde also eine perfekte Balance gehalten.

In dieser Geschichte gibt es so einige Überraschungen und unerwartete Wendungen, die zu wahren Herzschlagmomenten führen. Was ich aber etwas schade fand, war, dass die Rebellion etwas im Hintergrund verloren ging. Ich hätte gerne etwas mehr über diese und allgemein über die komplette Welt, in der sie leben erfahren. Lou und Jared stehen in diesem Buch im Mittelpunkt, aber die gesamte Grundidee hat so viel Potenzial, dass ich wirklich hoffe, in  der Fortsetzung mehr über dieses System und die unterschiedlichen Menschen darin zu erfahren. 
Trotz allem konnte ich die Geschichte schwer aus der Hand legen, es war spannend, emotional und am Ende wurde ich sprachlos zurückgelassen.

Fazit: Mit Straßenkötergene konnte mich Julia positiv überraschen. Ihr herrlicher, von Humor gespickter Schreibstil hat mich komplett abgeholt und regelmäßig zum Schmunzeln gebracht. Einige Wendungen waren schockierend und herzzerreißend, es war durchwegs spannend und ich freue mich total auf eine Fortsetzung.
Trotz meiner kleinen Kritik, bin ich ein Fan von diesem Buch und ich hoffe auf einen zweiten Teil, der mich noch etwas mehr in diese Zukunftsversion unserer Welt einführt. Ich vergebe daher wohlverdiente 4 Sterne und empfehle es gerne weiter.


Herzlichen Dank an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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